An die Stadt Dresden

Herr Feßenmayr, Beigeordneter

Herr Ritscher, Hauptabteilung Mobilität

Herr Koettnitz, Straßen- und Tiefbauamt

Baustelle Wiener Straße / Gellertstraße

Sehr geehrter Herren

Auf der Baustelle der Wiener Straße sind in den letzten Wochen die ersten Radanlagen fertiggestellt worden. Nun bin ich das erste mal über die neue Straße gefahren und bin regelrecht entsetzt von dem, was dort gebaut wird.

Die neuen Radverkehrsanlagen bedeuten ein enormes Sicherheitsrisiko und ich empfinde sie als schlimme Schikane. Mir ist unerklärlich, wie es passieren konnte, dass solche Pläne zur Bauausführung kommen konnten.

Ich möchte Ihnen im folgenden die gröbsten Mängel schildern und Sie auffordern, den Bauarbeiten Einhalt zu geben und die Mängel zu beseitigen. Sie vermeiden damit schwere Unfälle und ermöglichen ein sicheres und zügiges Radfahren auf dieser Straße.

Im Anschluss lege ich Skizzen bei, die den jetzigen Zustand und die notwendigen Änderungen dokumentieren.

Sicherheitsmängel:

Ausfahrt Tunnel - Rechtsabbieger in Mary-Wigman-Straße

Hier können Autofahrer, die mit hoher Geschwindigkeit aus dem Tunnel kommen zügig Rechtsabbiegen. Gleichzeitig verläuft hier ein Radweg außerhalb des Blickfeldes der Autofahrer auf dem Bürgersteig.

Eine Herabführung des Radweges auf Straßenniveau erfolgt erst unmittelbar an der Kreuzung. Zusätzlich müssen die Radfahrer noch im spitzen Winkel über einen abgesenkten Borstein.

Hier wird es bald zu schweren Unfällen kommen, da Radfahrer von rechts abbiegenden Kfz-Fahrern übersehen und mit hoher Geschwindigkeit umgefahren werden. Die Aufmerksamkeit der Radfahrer wird durch die auf dem Radweg laufenden Fußgänger abgelenkt.

Problemlösung:

Verbot und Unterbindung des Rechstabbiegens. Wenn nicht durchsetzbar, dann Führung der Radfahrer ab ca. 20m vor der Kreuzung im Blickfeld der Autofahrer als Radstreifen mit echter baulicher Trennung (Bordstein!) zum Fußweg, ähnlich wie auf der anderen Seite der Kreuzung bereits jetzt vorhanden.

(Siehe auch Skizze 1 Kreuzung Wiener Str./Mary-Wigmann-Str.)

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Gefährdung der Radfahrer und Fußgänger an der Kreuzung Uhlandstraße

Hier befindet sich eine signalisierte Fußgänger- und Radfahrerfurt zum Erreichen der Haltestelleninsel und der jeweils anderen Straßenseite. Der Radweg wird über bzw. hinter der Wartefläche geführt. Während der Grünphase der querenden Radfahrer und Fußgänger kommt es zu ungeklärten Vorrangverhältnissen.

Das Vermischen von Fahrbahn und Fußweg stellt eine enorme Gefährdung der Fußgänger und Behinderung der Radfahrer dar. Fahrräder sind Fahrzeuge. Normale Radfahrer erreichen Geschwindigkeiten über 25 km/h, sportliche Fahrer (Rennräder) auch 50 km/h. Radweg und Fußweg wenigstens im Bereich von Kreuzungen baulich (Bordstein!) zu trennen sollte aus Sicherheitsgründen selbstverständlich sein! Hier wurde es unterlassen.

Gleichzeitig gibt es an solchen Kreuzungen Probleme, da die querenden Fußgänger und Radfahrer glauben, Vorrang gegenüber dem geradeausfahrenden Radfahrer zu haben, da ihre LSA grün zeigt.

Dem ist aber nicht so, die Kreuzung mit dem Radweg ist nicht mehr signalisiert, der geradeausfahrende Radfahrer kommt von rechts und hat somit Vorfahrt. (oder etwa nicht??)

Problemlösung:

Siehe Punkt 4)!

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Radfahrer - Rechstabbiegende Kfz an Uhlandstraße

Kreuzung Uhlandstraße

An der Kreuzung Uhlandstraße wird die Fahrbahn über den Fußweg verschwenkt. Radfahrer fahren somit außerhalb des Blickfeldes der rechtsabbiegenden Kfz. Gleichzeitig kann der Radfahrer diese hohe Gefahr nicht kompensieren, denn seine Aufmerksamkeit wird durch auf der Fahrbahn laufende Fußgänger und Masten (!!!!) voll beansprucht (siehe Punkt 2 und 4)

Problemlösung:

Siehe Punkt 4)

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Bordsteine, Masten an und auf (!!) der Fahrbahn, unübersichtlicher Schlängelkurs an der Uhlandstraße

Anstatt den Radfahrer gerade über die Kreuzung zu führen, muss er einen Schlängelkurs fahren und kann sich nicht auf die gefährliche Kreuzung konzentrieren.

LSA- und Lichtmasten stehen im Sicherheitsbereich der Radfahrer, teilweise sogar auf der Fahrbahn! Wieder werden Fußweg und Fahrbahn vermischt, Radfahrer müssen über Bordsteine fahren. Welcher geistlose Mensch plant so etwas?

Problemlösung:

Versetzen der Masten und Borde, so dass der Radweg 20m vor der Kreuzung in einen Radstreifen übergeht. Somit fahren die Radfahrer sicher neben der Kfz-Fahrbahn im Blickbereich der Autofahrer und baulich getrennt (Bordstein!) zum Fußweg.

Einrichtung von Aufstellflächen für indirekt linksabbiegende Radfahrer (ohne Bordstein!)

(Siehe auch Skizze 2 Kreuzung Wiener Str./Uhlandstr.)

An der anderen Seite in Richtung Hbf:

Versetzen der Masten und Bordsteine, so dass die Radfahrer vor den Warteflächen der Fußgänger fahren (echte bauliche Trennung mit Bordstein!). Freigabe des Fußweges für Radfahrer von/aus der Gret-Palucca-Straße.

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Gefährdung von Radfahrern und Fußgänger an Kreuzung Gellertstraße/Franklinstraße

An allen Fußgängerquerungen verläuft die Radfahrbahn auf oder hinter den Warteflächen der Fußgänger. Wirksame bauliche Trennungen (Bordsteine) fehlen vollends. Fußgänger werden gefährdet, der Vorrang ist unklar. (siehe Punkt 2)

Problemlösung:

Versetzen der Bordsteine und Führung der Radfahrer vor den Warteflächen auf Niveau der allgemeinen Fahrbahn mit echter baulicher Trennung zum Fußweg (Bordsteine!).

(siehe auch Skizze 3 Kreuzung Wiener Str. / Gellertstr. / Franklinstr.)

Extreme Unfallgefahr an Querung Franklinstraße

Querung Franklinstraße

Hier müssen alle Radfahrer rechts abbiegen, auch wenn sie geradeaus oder nach links wollen. Kurz darauf muss in einer spitzen Kurve plötzlich nach links gelenkt werden, um die Kfz-Fahrbahn zu queren.

Die Radfahrer fahren dabei außerhalb des Blickbereiches der abbiegenden Autofahrer auf dem auf dem Fußweg befindlichen Radweg. Als wäre das nicht schlimm genug, befindet sich auch noch ein Grünstreifen zwischen Radweg und Fahrbahn, der das Übersehenwerden von Radfahrern fördert (siehe Bild nebenan).

Sollte dennoch ein wachsamer Autofahrer den Radfahrer auf dem Fußweg erblicken, so wird er glauben, dass er rechts abbiegen möchte und ihm keine weitere Aufmerksamkeit schenken. Dass hier niemand die Vorfahrt des Radfahrers beachtet, liegt nahe.

Dummerweise muss genau hier der Radler seine ganze Aufmerksamkeit dem Fahrleitungsmast, dem LSA-Mast, der viel zu engen Kurve und den auf dem Radweg laufenden Fußgängern widmen, so dass er nicht bemerken wird, dass man dabei ist, ihm die Vorfahrt zu nehmen.

Der erste schwere Unfall wird nicht lange auf sich warten lassen, hoffen wir das beste für die betroffenen Radfahrer!

Linksabbiegende Radfahrer müssen das selbe Spiel noch mal bei der Überquerung der Wiener Straße wiederholen.

Problemlösung:

Versetzen der Masten und Borde so, dass der Radweg 20m vor der Kreuzung in einen Radstreifen übergeht. Direkte Führung der linksabbiegenden und geradeaus fahrenden Radfahrer im Blickfeld der rechtsabbiegenden Autofahrer.

Führung der rechtsabbiegenden Radfahrer auf einem Radstreifen, der frühestens 20m hinter der Kreuzung endet, damit sich die Radfahrer in den restlichen Verkehr einfädeln können.

(siehe auch Skizze 3 Kreuzung Wiener Str. / Gellertstr. / Franklinstr.)

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Masten auf und an den Radwegen der Kreuzung Gellertstraße/Franklinstraße

Mast an Querung Gellertstraße

Die Richtlinien fordern an der Seite von Fahrbahnen einen Sicherheitstrennstreifen, in dem keine Masten, Schilder oder ähnliches aufgestellt werden dürfen (mindestens 0,5 m).

Das scheint hier nicht zu interessieren. An allen Radfurten stehen Fahrleitungs- oder LSA-Masten direkt auf(!!) dem Radweg oder im Sicherheitsbereich der Rad-Fahrbahn.

Das ist hier besonders gefährlich, da die Aufmerksamkeit des Radfahrers von der gefährlichen Kreuzung abgelenkt wird.

Welcher Planer macht so etwas? Kann das noch Fahrlässigkeit sein oder ist das einfach nur boshaft?

Problemlösung:

Masten versetzen, Radwege als Radstreifen über die Kreuzung führen.

(siehe auch Skizze 3 Kreuzung Wiener Str. / Gellertstr. / Franklinstr.)

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Masten im Sicherheitsraum der Radfahrer auf der Gellertstraße

Auch an der Gellertstraße stehen Masten ohne Not direkt neben dem Radweg

Problemlösung:

Masten versetzen.

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Sonstige Mängel:

kein Behinderungsfreies Fahren möglich

Als Radfahrer muss ich die Kraft zum Fahren selbst aufbringen. Um so wichtiger ist eine behinderungsfreie Fahrt auf ebener Oberfläche.

Pflastersteine und rote Farbe bleiben von Fußgängern unbemerkt

Der Radweg auf der Wiener Straße ist aber so angelegt, dass Radfahrer ständig bremsen müssen, weil weder Autofahrer noch Fußgänger ihre Vorfahrt respektieren.

Als einzige bauliche Trennung zum Fußweg gibt es ist einen Taststreifen aus Kleinpflaster. Dieser mag sehbehinderte Fußgänger vom Betreten der Fahrbahn abhalten, „normale“ Menschen bemerken weder ihn noch den Unterschied der Farbe der Steine. Jeder, der in Dresden täglich radelt, teilt diese Erfahrung (siehe Bild).

Zudem müssen Radfahrer sich um diverse Masten schlängeln. Die zu befahrenden Radien entsprechen eher der Dynamik eines Fußgängers als der von Fahrzeugen.

Die Führung über die Franklinstraße ist pure Schikane. Während Verkehrsanlagen für Kfz nach dem Bedarf geplant werden (scheinbar sind zwei Linksabbiegespuren notwendig) werden die Radanlagen entgegen dem Bedarf gebaut (keine Linksabbiegespur, keine Geradeausspur). Radfahrer sollen Umwege fahren und müssen dabei noch eine höhere Gefährdung in Kauf nehmen.

Eine direkte Linksabbiegerspur wäre möglich gewesen, auch bei hohen Kfz-Zahlen. So kann der Aufstellbereich der Linksabbieger baulich von der übrigen Fahrbahn getrennt werden. Die Führung neben dem linksabbiegenden Kfz-Strom ist sicherer als eine zweifache Querung über die gefährlichen Fußgänger/Radfahrfurten.

Problemlösung:

Führung der Radfahrer an Kreuzungen außerhalb des Fußweges als Radstreifen im Blickfeld der Autofahrer mit echter baulicher Trennung (Bordstein!) zum Fußweg. Geradeausfahr- und Linksabbiegemöglichkeit an der Franklinstraße.

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Ungeeignete Oberfläche

Der Grossteil der Fahrräder ist ungefedert. Dementsprechend ist auf Radanlagen eine ebene Oberfläche viel wichtiger als auf Kfz-Fahrbahnen.

In Dresden ist es leider Mode geworden, Radfahrer mit buntem Betonverbundpflaster zu nerven, so auch auf hier. Die Qualität der Fahrbahn ist bereits jetzt aufgrund schlampiger Bauausführung mangelhaft. Aber selbst bei guter Bauausführung ist nach dem ersten Winter, spätestens nach der ersten Baustelle nichts mehr eben.

Die rote Farbe der Steine ist kein Vorteil, denn sie bleibt von Fußgängern zumeist unbemerkt.

Durch die unglückliche Führung der Radfahrer über Fußgängerbereiche muss die Fahrbahn über Bordsteine führen, damit sehbehinderte Fußgänger wenigstens nicht auf die Kfz-Fahrbahn gelangen. Werden diese „auf Null“ abgesenkt, so geht der Schutz der Sehbehinderten verloren. Bleibt der Bordstein, so werden die Fahrradfahrer damit genervt.

Problemlösung:

Fehlende Verbindung zum Radstreifen St. Petersburger Straße

Ausführung als eine mit einem automatischen Straßenfertiger gefertigte Asphaltfahrbahn. Führung der Radfahrer an Kreuzungen außerhalb des Fußweges als Radstreifen.

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Zugang vom Hauptbahnhof nur über Fußweg möglich

Zwischen dem Radstreifen am Hauptbahnhof und dem Radweg der Wiener Straße gibt es keine Verbindung, ohne über einen Fußweg zu fahren.

Problemlösung:

Versetzen von Borden und LSA Masten am Wiener Platz, um den Radweg an den Radstreifen Hauptbahnhof anzubinden.

Fazit

Die entstandenen Radwege stellen eine extreme Gefährdung und Benachteiligung der Radfahrer gegenüber dem MIV und ÖPNV dar:

+ Die Radfahrer werden durch abbiegende Kfz enorm gefährdet.

+ Radfahrer werden häufiger behindert (Fußgänger, Missachtung der Vorfahrt)

+ Radfahrer müssen Umwege fahren (Franklinstraße)

Die Radwege haben die schlechtere Oberfläche (Betonpflaster)

Die entstehenden Anlagen widersprechen grundlegend den Richtlinien und Empfehlungen des Straßenbaus. Zwar werden ab einer bestimmten DTV-Zahl Radwege gefordert. Außerdem heißt aber

„Die Erfordernis der Benutzungspflicht„ (eines Radstreifens oder dgl.) “leitet sich allein aus dem Anspruch der Verkehrssicherheit ab und berücksichtigt vor allem die Gefährdung der Radfahrer durch den Kfz-Verkehr.“ (FGSV-Hinweise)

„die Anordnung der Radwegebenutzungspflicht ist nur zulässig, wenn „die Linienführung im Streckenverlauf und die Radwegeführung an Kreuzungen und Einmündungen [. . . ] im Verlauf stetig und insbesondere an Kreuzungen [. . . ] sicher gestaltet sind.“ (VwV zu § 2 StVO Absatz 4 Satz 2 unter 2. (b))

Demzufolge müssen Verkehrsanlagen eindeutig, stetig, übersichtlich und sicher zu sein. Die in der Wiener Straße entstehenden Anlagen sind weder stetig (Lücke am Wiener Platz) noch eindeutig (Querung Franklinstraße) noch sicher (alle Fahrbahnquerungen).

Somit erfüllt die Wiener Straße zwar einzelne Forderungen der Richtlinien (Anlage von Radwegen, Mindestbreite) widerspricht aber deren Sinn vollends.

Das Kreuzungen, an denen Radfahrer über Radwege a’ la starre Schiene verschwenkt geführt werden unsicher sind, ist keine persönliche, subjektive Meinung von mir sondern offizieller Stand der Technik. So hat das Bundesamt für Straßenwesen bereits 1992 herausgefunden, dass die Gefahr an Radwegekreuzungen zu verunglücken um ein vielfaches größer ist, als an Kreuzungen mit Radstreifen oder ohne Radverkehrsanlage (1).

Auch die Unfallstatistiken sprechen gegen die Starre-Schiene Lösung. In der Regel registriert die Polizei 50 - 60% aller Unfälle von Radfahrern an Knotenpunkten. An Straßen mit Radwegen liegt der Anteil der Knotenpunktunfälle deutlich höher als an Straßen ohne Radweg. LKW sind an Radfahrerunfällen an Knotenpunkten mit Radweg fast doppelt so häufig beteiligt als an Knotenpunkten ohne Radweg (1).

Ich habe im Vorfeld dieses Briefes auch den ADFC kontaktiert, um zu erfahren, wie sie zu diesen Planungen stehen. Dort traf ich auf Verärgerung. Dem ADFC nach wurden zwar Pläne zur Wiener Straße vorgelegt, die auch einige Mängel aufwiesen. Diese Pläne hatten aber nichts mit dem gemein, was heute dort gebaut wird. Sie entsprachen zumindest an der Kreuzung Wiener- /Franklin-/ Gellertstraße den Anforderungen an Sicherheit und Komfort von Radwegen (2).

Leider habe ich das Amtsblatt mit dem Termin des Planfeststellungsverfahrens verpasst. In anderen Städten bekommt jeder Bürger das Amtsblatt in seinen Briefkasten. Aus eigener Erfahrung weiß ich allerdings auch, dass im Planfeststellungsverfahren Sicherheitsmängel nur dann interessieren, wenn der Bürger die Planungen per Gerichtsverfügung in Gefahr bringen könnte. Da dem nicht so ist, ist eine Einflussname zu diesem Zeitpunkt bereits sinnlos.

Ich kann mir nicht erklären, wie es zu diesen Plänen kommen konnte. Gibt es in Ihrem Amt niemand, der aktuelle Planungen auf die Fahrradverträglichkeit überprüft? Sind ihre Mitarbeiter so überlastet, dass solche Fehler unentdeckt bleiben? Die Nachbesserungen werden nicht billig sein, wer trägt Schuld daran?

Solche Fehlplanungen haben langsam Tradition in Dresden. Die Wiener Straße reiht sich nun ein in eine lange Liste, die mit Fritz-Löffler-Straße, Bodenbacher Straße und Albertplatz endet. Weitere schlimme Kreuzungen werden hinzukommen (Löbtauer/Fröbelstr., Ammon-/Rosenstr., Bergstr./Nöthnitzer Str.).

Es klingt wie Häme, wenn in der Zeitung verkündet wird, dass die Stadt etwas für Radfahrer tut und das mit der zunehmenden Länge der Radwege begründet. Jeder Kilometer Radweg in der Qualität der Wiener Straße ist ein weiterer Rückschlag in Sachen Radfahrfreundlichkeit und Sicherheit. Keine Radanlagen sind so unsicher und unkomfortabel, wie die nachwendisch in Dresden entstandenen.

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Notwendige Änderungen

Ich fordere Sie auf, einen Baustopp zu verhängen und die Sicherheitsrisiken schnellstmöglich zu beheben:

+ Ändern Sie die Führung an den Kreuzungen so, dass die Radfahrer sicher im Sichtfeld der Autofahrer fahren, ohne den Schutzraumes der Fußgänger zu verletzen!

+ Versetzen Sie alle Masten, die auf Fuß- und Radwegen und die im Sicherheitsbereich der Fahrbahnen stehen!

+ Ersetzen Sie das liederlich verlegte Betonpflaster durch eine glatte, vom Straßenfertiger erzeugte Asphaltfahrbahn!

+ Geben Sie Planungen an die Planungsbüros zurück, wenn diese Radwegverschwenkung a’ la starre Schiene, Betonpflaster, 0m-Radien, Masten o.ä. auf Fahrbahnen, Führung außerhalb des Sichtbereiches der Autofahrer oder andere grobe Mängel aufweisen!

+ Bilden Sie endlich ihre Ingeneure für die Planung von sicheren Radverkehrsanlagen aus!

+ Geben Sie einem engagierten Mitarbeiter oder einem fachkundigen Ingenieurbüro die Aufgabe, alle Pläne auf ihre Radverträglichkeit zu überprüfen und

+ arbeiten Sie besser mit dem ADFC zusammen!

Sollte an der Baustelle nichts geändert werden, werde ich nach Fertigstellung einen Widerspruch gegen die Radwegbenutzungspflicht durchsetzen.

Mit freundlichen Grüßen

 

Jochen Böttcher

 


(1) Sicherung von Radfahrern an städtischen Knotenpunkten" von Robert Schnüll, Johannes Lange, Ingo Fabian, Matthias Kölle und Fabian Schütte, Institut für Verkehrswirtschaft, Straßenwesen und Städtebau der Universität Hannover sowie Dankmar Alrutz, Hans W. Fechtel, Jörg Stellmacher-Hein, Thomas Brückner und Helga Meyhöfer, Planungsgemeinschaft Verkehr, Hannover. Bericht zum Forschungsvorhaben 8925 der Bundesanstalt für Straßenwesen Bd. 262, Bergisch Gladbach 1992.m ISSN 0173-7066.

(2) Treffen mit ADFC AG Verkehr bei M. Haase


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